Naturaufstellungen

In Verbindung mit der Tiefe

Schau Dir Stein an in der Natur,
geh mit Deinem Körper ganz nah zur Erde.
Dann leg Dich nieder.
Sei unbesorgt darum, ob Du nass, schmutzig oder kalt wirst.
Leg Dein Gesicht sanft auf einen Stein
und mit der Zärtlichkeit deines Kopfes und Deiner Hände
fühl tief in ihn hinein:
die spezifische Wärme des Steins,
seinen langsam pulsierenden Rhythmus.
Tauche hinein und lass Dich von ihm bewegen.
Lass seinen Atem den Deinen berühren
und Dich allein dadurch verwandeln –
Stein-Atmung.


Dann schau wieder,
und wenn Du schaust, schau tief und weit,
erlaube Deinen Augen und Deinen Händen, sich führen zu lassen
zu all den kleinen Details dieses einen Steins.
Schau lange -
lass die Augen immer tiefer sich entspannen,
bis sie langsam sich aus dem gewohnten Fokus lösen
und in Empfang nehmen, was sie sehen
tief in den Hinterkopf hinein, zur Quelle des Sehens
und tiefer hinunter, zu den Toren der Aufmerksamkeit,
rechts und links vom ersten Halswirbel.
Lass, was die Augen empfangen, den Rücken hinunter sinken
und in Kreuzbein und Becken zur Ruhe kommen.
Dann, ohne Anstrengung und Unruhe,
lass Dein Schauen wieder aufsteigen
den Rücken hinauf zum Hinterkopf
und von dort durch Deine Augen
zum Stein hinfließen und dem, was ihn umgibt
Bleibe in dieser Haltung zärtlichen Schauens
als einfaches in-Beziehung-Sein mit diesem Stein.
Vielleicht, als ein Geschenk der Gnade,
beginnst Du zu sehen.


Dann schau ein Haus an, irgendeins.
Sieh es als Deinen eigenen Körper.
Fühl über Deine Gefühle des Mögens oder Nicht-Mögens hinaus,
bis Du jenseits davon bist.
Vergiss, was Du über dieses Haus weißt.
Urteile nicht über die Architektur des Hauses.
Bleibe auch jenseits Deiner eigenen Vorstellungen von Häusern,
während Du Dir zugleich Deiner Wünsche und Bedürfnisse gewahr bleibst.



Ehre das Haus und diejenigen, die es bauten.
Ehre seine jetzigen Bewohner oder diejenigen, die dort arbeiten.
Ehre seine früheren Bewohner oder diejenigen,
die früher dort gearbeitet haben.
Ehre seine Nachbarn.
Ehre den Boden, die Erde, auf der das Haus gebaut wurde.
Ehre seine Vergangenheit, seine Gegenwart und seine Zukunft.
Würdige den Zweck, für den es gebaut wurde,
was immer dieser Zweck ist oder war.
Manchmal mag Dir das schwer werden,
etwa wenn es sich um ein Gefängnis oder ein Konzentrationslager handelt.
Dennoch ist es eine tiefe Notwendigkeit des Herzens,
seine Bestimmung auch in einem solchen Fall zu achten,
denn die Bestimmung eines Hauses prägt einen wesentlichen Teil seiner Wirklichkeit
- und unserer Wirklichkeit.
Erinnere Dich:
das Haus bist Du - jedes Haus.


Lausche tief ins Herz - und weit.
Nimm das Haus in Empfang,
wie Du Deinen Geliebten empfangen würdest
und lass Dein Urteilen in der Wärme dieser Begegnung schmelzen.
Berühre die Haut des Hauses mit der Haut Deines Innern,
- und mit äußerster Zärtlichkeit -
unabhängig davon, ob Du Dich gut fühlst oder schlecht,
und was Du empfindest oder denkst, während Du das tust.
Es kann sein, dass Du Wellen körperlicher Schmerzen empfindest
und durch starke mentale und emotionale Schwankungen gehst.
Bleibe bei all dem gegenwärtig
und nimm, was Du wahrnimmst vom Haus, mit Deinem ganzen Körper in Empfang.
Vielleicht ist es auch gut, es ganz leicht in Dir zu wiegen.
Du kannst auch beginnen zu tönen,
lass die Töne frei fließen, von innen nach außen,
und zart die verschiedenen Frequenzen des Ortes berühren,
wie ein leicht angeschlagener Ton.
Wenn die Atmosphäre von Taubheit, Widerstand, Niedergeschlagenheit
oder von Aggressivität und Terror belastet ist,
sei einfach bereit,
das Haus, den Ort und alle Seelen, die mit dieser Atmosphäre zu tun haben,
so lange darin zu begleiten, wie es gebraucht wird –
mitfühlend und ganz wach.
Erinnere Dich:
das Haus bist Du.
Atme es für eine lange Zeit – werde zu diesem Haus.
Dann, vielleicht schon bald, oder erst nach Stunden oder Tagen
fühl, wie Räume und Wände langsam in Dir zu atmen beginnen
und lass Euch beide, das Haus und Dich,
dadurch verwandeln.



Vielleicht empfindest Du eine friedvolle und tiefe Freude
über die Begegnung von Seelen:
Deiner Seele, der Seele des Hauses, der Seele des Ortes und der Seelen all derer,
deren Leben mit diesem Haus verbunden waren oder noch sind.
Vielleicht wird auch eine Begegnung auf einer Ebene jenseits des Seelischen möglich.
Tu all dies in der inneren Haltung einfachen Dienens
und nicht als Heiler dieses Hauses.
Heilung, wenn sie notwendig und möglich ist,
wird Dir und dem Haus gegeben
und ist ein Geschenk der Gnade.

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